Altweiber mit Witz, Herz und Lebensfreude
Bunte Hüte, fröhliches Lachen und ein Pfarrheim voller närrischer Energie.
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Beim Altweiberfrühstück der Frauengemeinschaft Anholt wurde am vergangenen Donnerstag im Pfarrheim St. Pankratius einmal mehr bewiesen, dass Karneval keine Frage des Alters ist – sondern der Haltung.
Ab 9 Uhr füllten sich die Tische mit frischen Brötchen, duftendem Kaffee und rund 40 bestens gelaunten Frauen, die sich auf einen geselligen Vormittag freuten. Und sie wurden nicht enttäuscht. Zwischen liebevoll gedeckten Frühstücksplätzen und dem ersten Glas Sekt entwickelte sich schnell eine Stimmung, die dem rheinischen Frohsinn alle Ehre machte.
Höhepunkte des Vormittags waren die Büttenreden von Carolien Klumpen, Irmgard Beusing-Terhorst – und einer ganz besonderen Rednerin: der 91-jährigen Hanni Lenferding. Mit beeindruckender Präsenz und trockenem Humor eroberte sie die Herzen im Sturm und erhielt dafür langanhaltenden Applaus.
"Man sagt ja oft: ‚Im Alter dann, da fängt die Ruhe langsam an.‘ Doch wer das sagt, der kennt mich nicht, denn Karneval ist meine Pflicht." – schon mit diesen Zeilen war klar, dass hier keine Spur von Altersmilde Einzug gehalten hat.
Auch das moderne Leben bekam augenzwinkernd sein Fett weg. Zum Thema Smartphone fand sie: "Man wischt, man tippt, man zoomt – und plötzlich hat man ein Foto vom eigenen Ohr und im Internet ist es berühmt." Das Publikum bog sich vor Lachen – nicht zuletzt, weil sich wohl manche selbst darin wiedererkannte.
Doch neben Humor und Wortwitz schwang auch eine schöne Portion Lebensweisheit mit: "Lasst uns feiern, lachen und froh sein. Denn alt werden ist nichts für Feiglinge, aber wir haben es geschafft. Wenn wir Glück haben, finden wir später auch noch unsere Jacken wieder!" Spätestens da war der Bann gebrochen: Es wurde geschunkelt, gesungen, geklatscht und gefeiert. Beim Sekt und dem ein oder anderen "Kurzen" nahm der Vormittag Fahrt auf – und selbst eine Polonäse schlängelte sich durch den Saal.
Am Ende blieb das, was Karneval im Kern ausmacht: Gemeinschaft, Lebensfreude und das gute Gefühl, zusammen zu gehören. Das Altweiberfrühstück der Frauengemeinschaft Anholt war einmal mehr der beste Beweis dafür, dass Frohsinn kein Verfallsdatum kennt – und dass 40 Möhnen locker reichen, um ein Pfarrheim zum Beben zu bringen.